Laufgruppe

Mit Hinrich Ropers, Johann Antons und Helmut Antons erkannten drei Sportbegeisterte, dass nicht nur das Fußballspielen Spaß bringen kann, sondern auch das Laufen. So wurden im Jahre 1988 die Laufschuhe angezogen und so mancher Km in der nahen schönen Natur zurückgelegt.

1990 hatte sich eine feste Truppe im Verein etabliert, so dass 1992 beim Niedersächsischen Leichtathletikverband auch der SV Glinde-Kornbeck mit einer Laufabteilung gemeldet wurde, um anschließend an Wettkämpfen teilzunehmen.

So ließen sie sich es nicht nehmen in Prag, Paris, Wien, Hamburg und auch in New York am Marathonlauf teilzunehmen. Ebenso in Mehedorf, Nieder Ochtenhausen, Abbenseth und auch Wilstedt bei Nacht oder dem alljährlichen Neujahrslauf.

Am Ziel der Marathon-Träume: Manfred Brandt, Bernd Lührs, Günter Tiedemann, Herbert Söhl, Alwin Abert und Johann Antons (von links nach rechts) starteten am 1. November beim 40. New-York-Marathon.

New York: „If I can make it there, I'll make it anywhere" – ob die hiesige Langlaufgruppe, die auf den Namen „Charlies Freunde" hört, sich von Frank Sinatras Klassiker hat inspirieren lassen, ist nicht bekannt. Fest steht, dass es Manfred Brandt, Johann Antons, Alwin Abert, Bernd Lührs, Herbert Söhl und Günter Tiedemann im „Big Apple" geschafft haben. Das sportliche Sextett startete beim New-York-Marathon, erreichte das Ziel und dürfte damit fit sein für weitere Laufaufgaben – egal wo.

Die Vorbereitungen für das Großereignis auf der anderen Seite des Atlantiks begannen für Manfred Brandt (TSV Mehedorf), Johann Antons (SV Glinde-Kornbeck), Alwin Abert und Bernd Lührs (beide TuS Alfstedt), Herbert Söhl (TSV Ebersdorf) und Günter Tiedemann (TSV Hollen) bereits im Dezember 2008: Über einen Veranstalter von Marathonreisen wurde die Anmeldung abgewickelt. Dann wurden neue Reisepässe mit biometrischen Daten beschafft. In der heißen Phase, also wenige Wochen vor dem New-York-Marathon, nutzten Manfred Brandt, Herbert Söhl und Günter Tiedemann am 4. Oktober den Köln-Marathon sowie Johann Antons am gleichen Tag den Bremen-Marathon als letzte Vorbereitung.

Die Reise in die USA trat das Sextett bereits drei Tage vor dem Lauf an, um die Auswirkungen der sechsstündigen Zeitverschiebung zumindest teilweise wieder auszugleichen. Schon bei der Landung und während des Transfers zum Hotel in Manhattan zeigten sich die sechs Läufer aus der norddeutschen Tiefebene beeindruckt von den imponierenden Ausmaße „der Stadt, die niemals schläft".

Diese Wirkung hielt auch nächsten Tag, dem Freitag vor dem sonntäglichen Rennen, an, als die Marathonreisenden die Stadt erkundeten: Fifth Avenue, Rockefeller Center, Empire State Building, Central Park. Eine Stadtrundfahrt verschaffte weitere Eindrücke von den Sehenswürdigkeiten der 8,25-Millionen- Stadt.

Der Samstag begann mit einem „Friendship Run". Dabei trafen sich rund 15 000 teils bunt kostümierte Läufer am „Dag Hammerskjöld Plaza" am East River vor dem UN-Hauptquartier. Über den „United Nations Plaza", 42. Straße, Sixth Avenue und Columbus Circle führte die rund vier Kilometer lange Strecke zum Ziel im Central Park.

Am Tag des Marathons hieß es für alle Teilnehmer des Marathons, früh aufzustehen: Die Läufer wurden bereits um 5.45 Uhr mit Bussen nach Fort Wadsworth, dem Startbereich der Veranstaltung auf Staten Island, gebracht. Dort trennten sich zunächst die Wege der hiesigen Teilnehmer, da sie vom Veranstalter unter Berücksichtigung bisher erreichter Zeiten auf die drei verschiedenen Startblöcke verteilt wurden. Die recht lange Wartezeit von einigen Stunden bis zum Start der drei Wellen um 9.40, 10 und 10.20 Uhr wurde mit Frühstücken, Erkunden der Umgebung, Knüpfen neuer Bekanntschaften und Ausruhen verbracht. „Bewundernswert", fanden es die sechs Läufer aus dem ROW-Land, „wie die Versorgung und Betreuung der 43.741 Starter aus aller Herren Länder ohne Aufregung abgewickelt wurde."

Bei guten äußeren Bedingungen – bedeckt, 11 bis 13°C, leicht windig – ging es an den Start: Bereits nach wenigen Kilometern, kurz nach Überquerung der Verrazano-Narrows- Bridge zwischen Staten Island und Brooklyn, begann die „unbeschreiblich motivierende Unterstützung" der Zuschauer. Viele Musikgruppen aller Stilrichtungen unterstützten die Läufer auf der gesamten Strecke.

Nach der Halbmarathondistanz bei 21 Kilometern führte die Pulaski Bridge in den Stadtteil Queens. In Manhattan führte die Strecke von der 59. Straße auf der First Avenue fast schnurgerade nach Norden – das nicht enden wollende Läuferfeld wurde auch dort begeistert unterstützt. Über die Bronx und Harlem, mit einem Schlenker über Wills-Avenue- und Madison-Avenue-Bridge, erreichte das Läuferfeld die Fifth Avenue.

Kurz vor Meile 24 bogen die Läufer dann in den Central Park ein. „Die Zuschauerunterstützung dort war unbeschreiblich", schwärmten die sechs Norddeutschen nach dem Lauf. Auf den letzten Kilometern folgten die letzte der zahlreichen Getränkestationen und noch einmal die Passage der Straße „Central Park South", bevor nach 26,2 Meilen oder 42,195 Kilometern durch fünf Stadtteile das Ziel erreicht wurde.

Das norddeutsche Sextett konnte mit seinen Zeiten zufrieden sein: Manfred Brandt erreichte das Ziel in 3:32:41 Stunden. Das reichte zu Platz 5 849 der Gesamtwertung und Rang 781 in der Altersklasse (AK) 45. Günter Tiedemann lief in 3:46:04 Stunden auf Gesamtrang 9 587 und Platz 243 in der AK 55. Bernd Lührslandete in 3:58:53 Stunden auf Platz 14 671 (1 792. AK 45). Johann Antons wurde in 4:37:18 Stunden 28 094. (479. AK 60). Herbert Söhlerreichte das Ziel in 4:41:21 Stunden (Platz 29 358/ 525. AK 60). Alwin Abert wurde in 4:50:10 Stunden 31 892. (571./ AK 60).

Etwas müde, jedoch stolz und voll mit unvergesslichen Eindrücken ihrer bisher größten und beeindruckendsten Marathonveranstaltung, traten „Charlies Freunde" am Dienstag die Rückreise an – einig darin, dass eine Rückkehr nicht auszuschließen sei...